heiße letzte Tage

Sonntag, 07.04.2013

Als wir nach den 23 Stunden Zugfahrt von Alice Springs nach Darwin aus der Bahn stiegen, waren wir erstmal geplättet. An die Klimaanlagen-Kühle in den Waggons gewohnt, waren die ca 30 Grad gemischt mit 80% Luftfeuchtigkeit zu viel für uns!

Vom Bahnhof in Darwin wurden wir von unserem WWOOF-Host, einem Mitte 60jährigen Dänen, abgeholt, der abgesehen von ein paar Eigenheiten, ein sehr netter Mann ist. Er fängt ca 60% Prozent seiner Sätze mit "You know, I am a very practical person..." an. Außerdem ist er ein stolzer Farmer. Er ist auf einem großen Bauernhof aufgewachsen und besitzt jetzt in der Nähe von Darwin eine Blumenfarm. Wir helfen ihm dabei, Blumen für den Markt zu schneiden, Sträuße zu binden und lange Stangen in den Boden zu rammen. Außerdem haben wir am Sonntag für ihn Blumen auf einem Markt verkauft. Für "Non-Famer" haben wir unseren Job seiner Meinung nach ganz gut gemacht. ;)

auf dem Markt

An einem freien Nachmittag sind wir mit dem Bus, auf den wir erstmal eine dreiviertel Stunde warten mussten, in die Innenstadt Darwins gefahren. Das, was wir dort sahen, hat uns enttäuscht. Die Stadt ist sehr klein. Außer einer sehr luxuriösen Wohnanlage mit einem Wellenbad und großer Grünfläche, einem Park am Meer und zwei Straßen mit Geschäften haben wir leider nichts spannendes entdeckt. Außerdem kommt man bei dem Klima hier schon ins Schwitzen, wenn man nur durch die Stadt bummelt.

Da braucht man immer mal wieder eine Erfrischung. Die haben wir am Samstag bei einem Trip zum Lichtfield Nationalpark, den der Sohn unseres Gastgebers netterweise mit uns machte, bekommen. Im Nationalpark gibt es einige Wasserfälle, Bäche und tropischen Regenwald... und natürlich einige Tiere, zum Beispiel jede Menge große Spinnen.

Wir machten zuerst eine Wanderung durch Urwald um die Wangi Falls. Spätestens da wurde uns klar, dass die Vegetation um Darwin herum vollkommen anders ist, als das, was wir bisher in Australien gesehen haben. Aus allen Ecken und Enden des Unterholzes und oben aus dem Blätterdach kann man es Knacken, Scharen und Summen hören. Es wächst und lebt hier einfach alles Mögliche auf einem Haufen.

Danach ging es zu den Florence Falls und dort wartete dann auch die Abkühlung auf uns. In dem Becken unterhalb der Wasserfälle darf man nämlich schwimmen! Sehr angenehm!

Florence Falls

Nach einem erfrischenden Bad machten wir von dort noch eine Wanderung zu den Buley Holes, Wasserlöcher, durch die der Bach zu den Florence Falls fließt und in denen man ebenfalls schwimmen kann.

Buley Holes

Ein weiteres Highlight des Nationalparks sind bis zu 2m hohe Termitenhügel.

Bei der erstaunlichen Natur im Lichtfield Nationapark war selbst das ewige Schwitzen für ein paar Stunden vergessen!

Unsere Zeit in Darwin, sowie überhaupt in Australien nähert sich dem Ende. Wir haben hier tolle, hilfsbereite Menschen getroffen, eindrucksvolle Natur gesehen, an den verschiedensten Plätzen übernachtet (davon manche fragwürdig ;)), gelernt, für uns selbst zu sorgen und... viel zu viel Toast gegessen! Deswegen freuen wir uns schon sehr auf was g' scheids zum Essen, aber natürlich noch viel mehr auf unsere Lieben zuhause.

Also, bis bald und see you soon!

Alice im roten Wunderland

Samstag, 30.03.2013

Es war einmal eine Telegraphenstation in der Mitte des australischen Outbacks, die Nachrichten von Darwin nach Südaustralien übermittelte. Sie stand neben einer Wasserstelle, die nur nach starkem Regenfall gefüllt ist. Ihre Planer hielten den kleinen Teich für eine Quelle und benannten sie zu Ehren der Ehefrau ihres Vorgesetzten "Alice Springs". Etwa vier Kilometer neben der Telegraphenstation entstand langsam eine Siedlung, die nach ein paar Jahren von Stuart Town, ihrem ursprünglichen Namen, in Alice Springs umgenannt wurde.

Alice Springs ist heute immernoch die einzige größere Siedlung im Zentrum Australiens inmitten von rotem, trockenem Land. Wir sind die 2100 km von Adelaide mitten durch diese Landschaft mit dem Ghan, einem Zug, gefahren. Nach 26 Stunden Fahrt, ein paar Kängurus vor dem Fenster und einer Frau in unserem Abteil, die in der Nacht einen ganzen Wald zersägt hat, kamen wir dann etwas geplätet in Alice Springs an.

Alice Springs ist um einiges kleiner als die anderen Städte, die wir bisher in Australien besucht haben und noch etwas ist anders: Man sieht viele Aborigines auf der Straße. Vor unserem Aufenthalt in Alice Springs hatten wir nicht besonders viel zu tun mit den Ureinwohnern Australiens. Während unserer Zeit hier haben wir allerdings viele Geschichten über Aborigines gehört, einen Einblick in ihre Kultur bekommen und auch selbst ein paar Begegnungen gehabt. Sehr nett waren ein paar Frauen, die selbstgemalte Bilder verkauft haben und bereitwillig die Bedeutung der gezeichneten Symbole erklärten. Als wir an einem Abend spät mit dem Bus von einer Tour spät zurück nach Alice Springs gekommen sind, erlebten wir allerdings auch etwas unerfreuliches. Ein Aborigine-Jugendlicher warf nämlich einen Stein gegen ein Busfenster, der tiefe Risse im Glas hinterließ. Man sieht schon, dass das Zusammenleben in Alice Springs nicht immer einfach ist.

Nichtsdestotrotz haben wir einige Sehenswürdigkeiten in Alice Springs besucht. Im Aviation Museum und im Flying Doctor Museum wurde uns klar, was es bedeutet mitten im Outback zu leben und wie wichtig für die Bewohner eine Fluganbindung und auch medizinische Versorgung sind, die im Notfall eben per Flugzeug kommen muss. Im botanischen Garten hatten wir von einem Hügel einen guten Blick über die Stadt und auf unserer Wanderung zur Telegraph Station konnten wir die trockene Landschaft bewundern.

Aber jetzt zum Highlight unseres Aufenthalts in Alice Springs. Etwa 400 km von der Stadt entfernt steht ein riesiger rostiger Stein, den wir uns gerne anschauen wollten. Der Uluru. (oder auch "Ülürü", wie Franzosen sagen ;)) Wenn man das erste Mal sieht wie dieser riesige Monolith aus der sonst flachen Landschaft herraussticht, kann man gut verstehen, dass die Aborigines ihm Zauberkräfte zugeschrieben haben. Es ist einfach wirklich beeindruckend. Bevor wir dem Uluru aber wirklich nahe kamen, besuchten wir noch eine andere Steinformation mit dem Namen Kata Tjuta, die uns fast genauso begeistern konnte wie ihr bekannter Nachbar.

Und damit ihr eine Vorstellung über die Größenverhältnisse bekommt:

Nach einem Besuch im nahgelegenen Cultural Centre, kamen wir dem berühmten Stein dann endlich ganz nah. Wir machten zwei geführte Wanderungen zu seinen Füßen und hörten dabei Aborogine-Geschichten, die alle an verschiedenen Stellen des Uluru spielen. 

Übrigens erhält der Uluru (wie auch die Erde der umliegenden Landschaft) seine Farbe durch einen sehr hohen Eisengehalt der mit Wasser und Sauerstoff zu Rost führt. So sieht das ganze dann aus:

Unsere Outback-Tour endete mit einem Barbecue mit Ausblick (natürlich) auf den Uluru. Den ca 1,5 m langen Grill hatten unsere Guides übrigens unten im Bus verstaut.

Unsere Zeit im Zentrum Australiens hat uns nochmal ganz neue Seiten des Kontinents gezeigt als wir von den Städten, Strände und Wäldern an der Küste gewohnt waren.

Uns gibt`s auch noch!

La Grande Dame

Dienstag, 26.03.2013

Ganz entspannt gestaltete sich die nächste Etappe unserer Reise, Adelaide.

Von Melbourne aus nahmen wir "The Overland", einen Zug, nach Adelaide. Die Reisezeit betrug zehn Stunden. Allerdings gestaltete sich die Fahrt weniger als Tortur als eine ungefähr gleich lange Busfahrt. Die Platzverhältnisse in der schlechtesten Reiseklasse des Zuges sind schlicht entspannend. Die Zuggäste haben reichlich Platz, um ihre Beine auszustrecken. Und wir hatten zudem genügend Proviant und Unterhaltung dabei.

"The Overland" wird von Great Southern Rail als eine der vier großen Bahnerlebnisse in Australien angepriesen. Jedoch ist die Landschaft, die der Zug durchkreuzt, ein wenig monoton. Aus diesem Grund würden wir allen Australienreisenden diesen Zug ausschließlich als Reisemittel empfehlen.

Die Gastgeber unserer Unterkunft, Sandy und Geoff, stellten sich sofort als sehr willkommend und hilfsbereit heraus. Kein Wunder, Sandy ist Pfarrerin, ihr Mann Kaplan. Wir wohnten in einem kleinem Gästezimmer ihres Hauses und hatten ein großes Badezimmer für uns. Wir fühlten uns sehr zu Hause.

Der Geburtstag Lauras Mama wurde natürlich gefeiert. Sandy & Geoff kochten, wir stellten den Wein. Es war ein netter Abend mit netten Leuten.

Nochmals als Gute zum Geburtstag, Claudia:

Alles Gute Claudia!

Adelaide ist eine sehr schöne Stadt. Der Verkehr hält sich auch zu den Stoßzeiten in Grenzen. Es gibt viele ältere, erhaben wirkende Gebäude in der Innenstadt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass unser Reiseführer, der Lonely Planet, die Stadt als Grande Dame beschreibt. Neben ihnen gibt es aber auch einige moderne Bauten. Die Mischung stimmt.

An unserem ersten Tag in Adelaide haben wir den Botanischen Garten besucht, der uns wirklich begeistern konnte. Das Highlight dort ist ein Gebäude, in dem ein künstlicher Regenwald angelegt wurde. Bei unserem Eintritt wurden wir auch gleich von einem Regenschauer überrascht.

Danach ging es in den National Wine Centre. Dort konnte man alles über den Weinanbau in Australien und verschiedene Traubensorten lernen. Mit einem Quiz konnten wir unser Talent zum Weinbauer testen. Unsere Weine haben eine goldene Auszeichnung bekommen! ;)

Anschließend haben wir uns bei einem Gemüsestand auf dem Central Market, der Kostproben von fast allen Obstsorten anbietet, durchprobiert. Außerdem haben wir einen Stand gefunden, der mindestens 30 verschiedene Würstelsorten anbietet. Wer hat Lust auf eine Macadamia-Curry-Wurst?

Den Abend haben wir in dem Vorort Glenelg, der am Meer gelegen ist, ausklingen lassen.

Unser Tipp in Sachen Design in Adelaide ist die Jam Factory. Dort gibt es tolle Vasen, Teller, Schüsseln, Schmuck und Möbel aus Glas und Holz. Bei unserem Besuch gab es eine interessante Ausstellung über Design und Architektur aus Holz. 

An unserem letzten Tag in Adelaide haben wir einen Ausflug in die Adelaide Hills gemacht. Unser erster Stop dort war Hahndorf. Ja, richtig, das ist ein deutscher Name! Hahndorf wurde von preußischen Lutheranern gegründet, die auf Grund ihrer Religion in ihrer Heimat verfolgt wurden. Heute versucht Hahndorf immernoch very German zu sein. Das Ergebnis sieht man in unzähligen Läden mit Kuckucksuhren und Bierkrügen und hört man in gutgelauntem Jödelgesang aus Lautsprechern vor jedem Restaurant. Achja, und es hängen einige Bayernfahnen an der Straße. Ähm... kamen die Gründer von Hahndorf nicht aus Preußen?

Und damit fühlt man sich doch gleich zuhause... oder auch nicht:

Danach haben wir uns noch den sehr natürlich gehaltenen Botanischen Garten in der Nähe angeschaut.

Bäume

Premiere

Donnerstag, 21.03.2013

Zurück in Melbourne erlebten wir viele Dinge zum ersten Mal in unserem Leben. Das reichte von unserem ersten gemeinsamen Haus, über hohe und aggressive Töne in der ganzen Stadt bis zu unserem ersten kleinen Einblick in ein Kasino.

Unser erstes gemeinsames Haus war dann doch unspektakulärer als es klingt, es handelte sich um ein Gartenhaus. In diesem wohnten wir für fünf Tage billig, zudem aber auch recht gemütlich. Das Haus, das heißt die Küche, das Bad und das Wohnzimmer unserer Gastgeberin durften wir natürlich zu jedem Zeitpunkt unseres Besuches benutzen.

Das Crown, ein riesiger Gebäudekomplex, der mehrere fünf Sterne Hotels, eine Shoppingmall und vieles mehr beinhaltet, war Schauplatz für unsere zweite Premiere, der Besuch eines Kasinos. Wir wechselten fünf Dollar und forderten unser Glück an fünf verschiedenen Einarmigen Banditen heraus. Gewonnen haben wir leider nichts, wie wahrscheinlich viele an diesem Tag. In den Bann gezogen hat uns jedoch nicht das Glücksspiel an sich, sondern die Umgebung in der es stattfindet. Abgeschottet von jeglichem Tageslicht eröffnete sich uns eine neue Welt, voll mit bunten Lichtern und Kitsch. Der Rest des Gebäudekomplexes war ebenfalls sehr dramatisch gestaltet, nach unserer Meinung eine Art moderner Barock. Ob das gefällt ist Geschmackssache. Wir fanden den Baustil erdrückend.

Crown Kasino

Nun zur dritten und spektakulärsten Premiere für uns, dem Formel 1 Grand Prix. Die Vorfreude auf dieses Event war vor allem bei Julian wahnsinnig. Als wir am Freitag vor dem Rennen etwas verwirrt auf der Suche nach einem Museum waren, steigerte sich auch bei Laura die Vorfreude. Grund dafür war, dass wir beide in Mitten von Melbourne ein leichtes Summen im Ohr wahrnehmen konnten. Laura wollte zuerst nicht glauben, dass es sich bei diesem Geräusch wirklich um die Formel 1 Autos handelt, die auf der gut 3km entfernten Rennstrecke trainierten. Unsere Museensuche ging dann noch einige Zeit weiter, wobei der "Lärm", für Manche wohl eher Musik, in ruhigeren Bereichen der Stadt unüberhörbar wurde. Sonntag war nun endlich Renntag und wir wollten schon gegen 11 Uhr an der Strecke sein, denn das Qualifying wurde zum ersten Mal in der Formel 1 Geschichte, wegen anhaltendem Regen, auf Sonntagvormittag verlegt. Auf unserem Weg zur Strecke  begrüßte uns das nun schon bekannte Kreischen schon in der Tram. Mit etwas Glück konnten wir uns gerade noch die beiden letzten Umläufe der Qaulifikation anschauen - Wahnsinn. Und um unsere größte Überraschung gleich vorweg zunehmen. Im Albert Park, der Rennstreck in Melbourne, hat man als Zuschauer die Möglichkeit dem Geschehen gaaanz nahe zu kommen. Die ersten Runden sahen wir uns aus gut drei Metern Entfernung zum Aspahlt an. Bis zum Rennen, das erst um 17h startete, galt es eine lange Zeit zu überbrücken. Das stellte sich jedoch nicht als Problem heraus, denn überall auf dem Gelände wurde was geboten, z.B. Autogrammstunden, Oldtimertreffen oder auch Fahrsimulatoren. Wir entscheiden uns dazu, frühzeitig einen guten Platz zu suchen. Fündig wurden wir bei Kurve 4, der Stelle an der Nico Rosberg sein Auto abstellte.

Vor dem Highlight des Renntages wurden einige andere Rennklassen ausgetragen. Die bekannteste davon, der Porsche Carrera Cup.

Fliegerstaffel

Nachdem Kampfjets über den Rundkurs gedonnert waren, wurde die Einführungsrunde absolviert und dann ging es Los. Unsere Plätze waren, wie erwähnt, nah an der Strecke und nahe am Start, dadurch konnten wir uns gewissermaßen in das Anfangsgerangel der Piloten reinfühlen. Wahnsinn wie knapp die mit 200 Sachen förmlich aneinander kleben! Das beste Gefühl am ganzen Rennen kommt auf, wenn man die Autos mit ihrem ohrenbetäubenden Kreischen kommen hört, sie aber noch nicht sieht. Jedes Mal wenn das passiert, kann man nur ins Grinsen verfallen. Lächelnd Das Rennen verging, unserer Aufregung geschuldet, wie im Fluge. Ständig donnerte ein anderer Bolide nur Meter vor unserer Nase laut kreischend vorbei. Der absolute Wahnsinn!

Ach ja, ohne Ohrenstöpsel geht hier gar nichts. Vor allem das knallen der Motoren beim Runterschalten ist sehr unangenehm für die Ohren.

Zum Schluss lässt sich nur sagen, dass jeder der die Chance hat bei einem Grand Prix dabei zu sein, diese Chance mindestens einmal wahrnemmen sollte. Diese Lautstärke uns Geschwindigkeit ist wirklich berauschend.

Construction Site

Samstag, 16.03.2013

"Übrigens hat das Haus weder Fenster noch Türen. Es ist sehr, sehr schmutzig dort. Und laut, die Bauarbeiter fangen nämlich jeden Tag um acht Uhr an zu arbeiten. Ach, und offiziell wohnen wir noch gar nicht dort. Es ist nämlich nicht erlaubt, auf einer Baustelle zu leben." Nachdem uns unsere WWOOF-Gastgeberin unsere Unterkunft für die nächsten zehn Tage so beschrieben hatte, wollten wir erstmal nur eines: Raus aus dem Auto dieser Verrückten! Allerdings entschieden wir uns dann doch dafür, uns das beschriebene Chaos wenigstens für eine Nacht anzuschauen und blieben etwas eingeschüchtert im Auto sitzen.

Auf dem Grundstück unserer zweiten WWOOF-Gastgeber begrüßte uns dann diese kleine Ritterburg.

Das Haus ohne Türen und Fenster

Das sieht ja doch schon relativ fertig aus! Erleichtert stiegen wir aus dem Auto und ließen uns von Susan, unserer Gastgeberin, durch ihr Reich führen. Das Haus ist riesig und wirkt auch von Innen etwas historisch mit einem großen Kamin und einem ornamentartigem Fenster im Wohnzimmer.

Außerdem war das Haus viel fertiger, aufgeräumter und bewohnbarer als wir es uns durch Susans Beschreibung vorgestellt hatten. Deshalb blieben wir dann doch unsere geplanten zehn Tage dort. Das Glas für die Fenster fehlte allerdings tatsächlich noch und wurde durch Plastikfolien ersetzt und bis auf den Eingang war das gesamte Haus türenlos, was vor allem in den Badezimmern etwas unangenehm war.

Susan lebt mit ihrem Mann, den wir aber erst an unserem letzten Abend kennengelernt haben, weil er auf einer Geschäftsreise war, und ihrer Tochter zusammen. Während unserer Zeit wohnten außerdem noch zwei anderer WWOOFer aus Frankreich und eine Pudeldame mit drei dreiwöchigen Welpen in dem Haus.

Unsere Arbeit bestand vor allem daraus, den Bauarbeitern hinterher zu räumen, Holz und Steine von einem Ort zum anderen zu transportieren und das Haus zu putzen, das am Ende eines Arbeitstag tatsächlich ziemlich staubig war. An unserem vorletzten Tag durften wir Holz für einen Unterstand für die Klimaanlage schmirgeln und ölen, was eine interessante Abwechslung war.

An zwei Tagen machten wir Ausflüge mit Elodie und Adam, den französischen WWOOFern. Da der Mann auf Geschäftsreise war, durften wir ein Auto benutzen und konnten so das MONA (Museum of Old and New Art) und Bruny Island besuchen. Das MONA ist wohl eines der interessantesten und verrücktesten Museen der Welt. Neben aufgeplasenen Porsche findet man dort zum Beispiel Statuen aus dem alten Ägypten. Zu den Highlights zählen aber auch ein Wasserfall der Worte spuckt und eine Maschine, die Nahrung wie ein Mensch verdauen kann. (Ja, es riecht ziemlich streng in diesem Ausstellungsraum)

Bruny Island ist ein kleines Paradies für sich. Kristallklares Meer, grüne Buschwälder und schöne Strände. Wir haben eine kleine Wanderung gemacht und sind die Insel entlang gefahren.

Besonders an Bruny Island ist, dass es sich fast um zwei Inseln handelt, die an einer Stelle nur druch einen sehr dünnen Landstreifen verbunden sind. An dieser Stelle leben Pinguine, wir konnten allerdings keine sehen, da sie tagsüber im Wasser schwimmen und erst in der Abenddämmerung zum Strand zurückkehren.

Unsere Gastgeberin, die ursprünglich aus den USA stammt, hat das Leben in Tasmanien sehr zutreffend beschrieben. Die Menschen dort sind gerne in der Natur, arbeiten nicht unnötig viel und nutzen ihre Freizeit zum Wandern, Kajak Fahren... Bevor sie nach Tasmanien gezogen ist lebte sie in New York und dort zählte anscheinend nur, wie viel man arbeitet und wie viel die Miete für das Appartment kostet. Wie sie dann das erste Mal die tasmanischen Freunde ihres Mannes getroffen hat und die ihr von ihrem letzten Kajaausflug erzählt haben, war sie baff. In Tasmanien kann man sich schonmal sehr abgeschnitten vom Rest der Welt fühlen, vor allem, wenn man weder Handy- noch Internetempfang hat. Aber die Natur dort ist einmalig.

Probier`s mal mit Gemütlichkeit

Dienstag, 05.03.2013

7,5h Stunden Autofahrt braucht es, vorausgesetzt man hat etwas Glück mit dem Verkehr, um die rund 800km von München in die Toskana zurück zu legen. Ebenfalls 7,5h haben wir gebraucht, um die gut 300km von Hobart zu unserem nächsten Reiseziel, Strahan, hinter uns zu lassen.

Der Weg in das kleine Dorf lohnt sich aber trotzdem. Denn obwohl die Kleinstadt, ebenso wie der nächste Ort Queenstown, touristisch geprägt sind, fühlt man sich etwas in die Vergangenheit zurück versetzt. Das liegt vor allem daran, dass die Gebäude im Zentrum historisch anmuten.

Strahan

Hinzu kommt, dass Strahan eine sehr ruhige und gelassene Atmosphäre vermittelt. Ob am Strand, an der Uferpromenade oder auch auf dem Weg nach oder von Strahan kommt niemals Stress auf.

Highlight unseres Aufenthalts an der Westküste war der Besuch des Theaterstücks "The Ship That Never Was", das von Strafgefangenen auf der nahe gelegenen Insel Sarah Island handelt, die ein Schiff stehlen, um die Freiheit in Südamerika zu finden. Ihr Plan gelingt, allerdings werden sie in Südamerika aufgespürt und des Schiffsdiebstahl angezeigt, worauf die Todesstrafe steht. Aber sie haben Glück, denn das Schiff taucht in keinen Unterlagen auf, weil es zu dem Zeitpunkt des Diebstahls noch nicht ganz fertig und noch nicht registriert war. Weshalb die Gefangenen eigentlich nur einen Haufen Holz geraubt hatten. 

Insgesamt hatten wir ein paar schöne Tage in Strahan und bekamen ein paar Einblicke in die berühmte "Western Wilderness" Tasmaniens. 

Natur wohin das Auge reicht

Montag, 04.03.2013

Das oder ...

Wineglass Bay

..das?

Aussicht von Cape Tourville

Na, welche Aussicht findet ihr besser?

Uns gefällt die zweite besser, obwohl es sich bei der ersten um den Blick auf Wineglass Bay handelt, das unter die Top 10 der schönsten Strände weltweit gewählt wurde.

Nach unserer Ankunft in Coles Bay, dem nächstgelegenen Ort vom Freycinet National Park, in dem sich sowohl Wineglass Bay als auch Cape Tourville befinden, waren wir uns aber erstmal nicht mehr sicher, ob wir überhaupt eines von Beidem besuchen können. Denn wir haben kein Auto und es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel in den Nationalpark. Also sind wir einfach mal losgelaufen und wir hatten Glück! Nette Leute aus Tasmanien, den USA und Frankreich haben uns jeweils ein Stück mitgenommen. 

Coles Bay selbst ist ein kleiner, aber beliebter Urlaubsort mit schönen Stränden und den Hazards Mountains im Hintergrund.

Hazards und Strand

Abends konnten wir an beiden unseren Nächten dort eindrucksvolle Sonnenuntergänge beobachten.

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen...

Sonntag, 03.03.2013

Nach unserer ersten Woche WWOOFen sind wir auf alle Fälle eins: perfekt ausgebildete Unkraut-Beseitiger. (Allerdings nur, wenn es sich um einheimische Pflanzen Tasmaniens handelt. Nur, damit hier niemand auf falsche Gedanken kommt ;))

Auch wenn die Arbeit, die neben einmal Brombeerpflücken und einmal Kartoffelnernten leider wirklich nur aus Unkraut jäten bestand, uns nicht unbedingt begeistern konnte, hatten wir trotzdem eine angenehme WWOOF-Woche. Das lag vor allem an unseren herzlichen Gastgebern. Jonathan und Christine waren wirklich sehr nett und haben uns sogar ins Theater und zu einem klassischen Open Air Konzert mitgenommen. Um gemütlicher Sitzen zu können, haben unsere Hosts Klappstühle mit zu dem Konzert gebracht. Die Sitzfläche dieser Stühle war zu unserer Belustigung aber nur ca 10 cm über dem Boden. "Sonst sehen die hinter uns ja nichts!", war die Erklärung. Was wir noch besser fanden: Fast alle Besucher des Konzerts hatten diese Mini-Klappstühle dabei. Anscheinend der größte Trend im Moment!

Zu Jonathans (oder auch: Jonos) Geburtstag am Sonntag haben wir einen Zwetschgendatschi gebacken. Die Begeisterung über den "bavarian plum cake" war so groß, dass sich Christine gleich das Rezept von uns übersetzen ließ.

Wie ihr seht, haben wir uns gut mit den Beiden verstanden und eine schöne Unkrautwoche bei ihnen verbracht. Trotzdem haben wir uns darauf gefreut, noch ein bisschen mehr von Tasmanien zu sehen.

nach getaner Arbeit

Under Down Under

Mittwoch, 20.02.2013

Ladies and Gentlemen, we have landed successfully at Hobart International Airport. The current temperature is 22 degrees, und das bei strahlend blauem Himmel wohl angemerkt. Klingt perfekt für Jedermann, aber es gibt ein Problem.

Wie wir kurz vor unserem Abflug am Samstag erfuhren, konnten wir erst am Montag zu unseren WWOOFING Gastgebern. Wir warteten zu diesem Zeitpunkt eigentlich auf ihre Antwort darauf, ob sie uns nun am Flughafen oder in Hobarts Innenstadt abholen. Naja, ein bisschen vor den Kopf gestoßen, mussten wir kurzfristig ein Hostel buchen, was sich aber glücklicherweise nicht als Problem herausstellte.

Dadurch hatten wir außerdem Zeit uns am Wochende Hobart anzuschauen. Die zweitälteste Stadt Australiens kommt trotz ihrer immerhin 200,000 Einwohner recht gemütlich daher. Unser erster Eindruck am Samstagnachmittag war fantastisch. Menschen waren sehr relaxt am Hafen unterwegs, saßen dort in Cafes oder aßen Fish & Chips.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf zum Gipfel des Mount Wellington, der Hobart überblickt und eine wunderschöne Weitsicht auf Tasmanien bietet. Einheimische erzählten uns, dass das letzte Drittel des Berges im Winter mit Schnee bedeckt ist, man aber leider dort nicht Skifahren könnte. Insgesamt kommt das Klima auf Tasmanien der Perfektion sehr nahe. Im Sommer übersteigen die Temperaturen selten 25 Grad. Im Winter fallen sich nur nachts unter 5 Grad, liegen tagsüber gewöhlich bei 10 Grad. Besonders wird das ganze aber erst dadurch, dass es ganzjährlich wenig regnet und die Sonne fast immer scheint.

Ausblick vom Mt Wellington

Momentan leben wir 30 Minuten von Hobart entfernt in einem kleinen Haus, das wunderschöne Meerblicke bietet. Gegen 4- 6 Stunden Arbeit täglich, dürfen wir kostenlos bei unseren WWOOFING Gastgebern wohnen und essen. Unsere Arbeit bestand bis heute leider fast ausschließlich aus Unkraut jäten. Dafür haben sich die Gastgeber, ein älteres Ehepaar, doch noch als nett herausgestellt. Wir werden bis Samstag hier bleiben. Danach haben wir wieder eine Woche frei, in der wir noch nichts geplant haben. Ab 4. März werden wir sehr wahrscheinlich noch einmal wwoofen. Und am 14. März geht es wieder zurück nach Melbourne.

Bis Bald,

Laura & Julian

Melbourne

Freitag, 15.02.2013

Jetzt haben wir das Australien-Backpacker-Erlebnis schlechthin doch noch erlebt: Eine Greyhoundbusfahrt, die über 8 Stunden dauert. Von Canberra hat uns der Nachtbus letzten Sonntag nach Melbourne gebracht. Etwas mitgenommen von der Fahrt haben wir dort immerhin noch die Festlickeiten zum Chinesischen Neujahr besucht: bunte, tanzende Glücksdrachen, laute Chinaböller und natürlich jede Menge Menschen.

gelber und schwarzer Glücksdrache

Die darauffolgenden Tage haben wir dann damit verbracht, die Stadt zu erkunden. Melbourne gefällt uns wirklich gut. In der Innenstadt gibt es kleine Gässchen, in denen man sich fast wie in einer italienischen Stadt fühlt, viele Cafés (angeblich auch den besten Kaffe) und einen Platz mit Bäumen, die gestrickte Kleider tragen.

Außerdem gibt es noch das Royal Exhibition Building,

Royal Exhibition Building

einen ebenfalls königlichen botanischen Garten,

einen schönen Blick vom Fluss auf die Innenstadt

Melbourne

und Hunde-Paparazzi auf dem Federal Square.

Im Zoo waren wir am Donnerstag mit Alannah, einer Tochter von Lauras früheren Nachbarn, bei denen wir wohnen durften. Dafür nochmal vielen, vielen Dank!

Im Tierpark besuchten wir unter anderem gut gelaunte Tasmanische Teufel...

Auf alle Fälle gefällt uns Melbourne von den Städten bisher am besten. Deswegen freuen wir uns auch schon Mitte März für ein paar Tage zurückzukommen. Aber davor geht es nach Tasmanien, wo wir gegen Unterkunft und Essen auf einer Farm und im Gemüsegarten arbeiten. Das Programm nennt sich WWOOF (=willing workers on organic farms). Wir sind schon gespannt, was uns dort erwartet! ;)

Liebe Grüße

Laura & Julian

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